Im Jahre 2007 befand sich der spanische Immobilienmarkt in folgender Situation: Häuser hatten sich ab 1997 in ihrem Verkaufspreis verdreifacht mit der Folge, daß mehr spanische Immobilien gebaut wurden als es notwendig war. Auch von ungenauen Wertgutachten war die Rede.
Und dazu addierte sich und wirkte sich auf den Immobilienmarkt in Spanien aus, was als Krise aus den USA bekannt wurde. Was im Mai dazu geführt hatte, daß die Immobiliengruppe Maherso auf der Baumesse SIMA Küstenimmobilien 43% unter Preis anbot, Metrovacesa für 50%. Verkäufer waren eher in der Lage, daß sie vor Ort verkaufen wollten – mit großen Verhandlungsspielräumen. Der Wohnungsmarkt an der Küste hatte am meisten abgeschlagen – weil Ferienwohnungen nicht diejenigen sind, die auf dem Immobilienmarkt grundsätzlich zuerst gekauft werden.
Nun legte das weltweite Immobiliendienstleistungsunternehmen Savills aktuell einen Bericht über spanische Immobilien vor, nach dem im 1. Halbjahr 2009 70% weniger Bürogebäude in Spanien gekauft wurden und 50 % weniger an Objekten aus dem Einzelhandel als im vergleichbaren Quartal 2008.
Entsprechend meldet die Banco de Espana einen Rückgang um 40,3% im 2. Quartal : 2008 investierten Käufer zwischen April und Juli mehr als 1,4 Milliarden Euro in spanische Immobilien, 2009 waren es im gleichen Zeitraum nur noch 860 Mio. Euro.

Immobilienmarkt Kanarische Inseln

Somit haben sich auch z. B. auf dem Immobilienmarkt von Gran Canaria die Preise auf den tiefsten Punkt seit 2000 abgesenkt: Apartments können z. B. für 80.000 €, kleine Villen schon ab 500.000 € angeboten werden. Jedoch würden Kaufinteressierte eine Immobilie zu einem Eigenteil von bis zu 50% finanzieren müssen, weil Banken auf den Kanaren im Höchstfalle 60 bis 80% Kreditfinanzierung übernehmen.
Der Preisverfall bezieht sich auf den Kanaren nicht auf Immobilien in Top-Lage, jedoch genau diese werden nicht zum Kauf angeboten. Vorsichtige Vermutungen der Immobilienbranche lassen schließlich für 2012 eine erste Erholung absehen. Die gegenwärtig 600.000 Häuser, die zum Verkauf bereitstehen, erfahren jedenfalls keine entsprechende Nachfrage – es sei denn, sie werden illegal verlost.

Tipps für Käufer spanischer Immobilien

Jedenfalls ist es für jeden ausländischen Käufer wichtig, über die Reihenfolge der Vorgänge informiert zu sein, die mit dem Kauf einer Immobilie in Spanien in Verbindung stehen: Er wird auf jeden Fall für sein zukünftiges Eigentum Steuern zahlen müssen. Um dafür registriert zu sein, beantragt er zu aller erst eine persönliche Identifikationsnummer bei der örtlichen Polizeidienststelle. Als zweites erfolgt die Grundbucheintragung – wichtig ist auch, dies vorher einzusehen, denn Rechte Dritter sollten nicht außer acht gelassen werden. Jedoch diese Eintragung ist freiwillig – aber damit nicht der Verkäufer nur etwas vorgibt, zu verkaufen, was ihm gar nicht gehört (wie zuweilen geschehen), kann und sollte er andere Eigentumsnachweise wie Erbschaftsnachweise oder frühere Kaufdokumente bezüglich der Immobilie vorweisen können.

Ausblick

Bis Ende 2009 ist vorauszusehen, daß rund 100.000 spanische Immobilien in Bankeneigentum übergegangen sein werden, weil Hypotheken nicht bezahlt werden können – diese wurden oft vorher zu großzügig vergeben. Zudem wird eine ähnliche Anzahl Objekte bis Jahresende zwangsversteigert – beides zusammengenommen läßt einen weiteren Preisverfall bei Immobilien überhaupt vermuten. Hatten doch Banken bereits begonnen, in der ersten Jahreshälfte sogar 70% vom Ursprungspreis zurückzugehen. Denn für Geldinstitute lohnt es sich nicht in Mengen, eine Immobilie zu besitzen – die Grundsteuer etwa rechnet sich nicht für länger.
Erwähnenswert auch, daß die traditionellen Käufernationalitäten es vor allem sind, die vom Kauf einer Immobilie in Spanien absehen. Deutsche, Engländer und Nordeuropäer verlieren das Interesse, während die neuen Käufer sich langsam und wählerisch aus Rußland formieren.

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