Medienberichten zu Folge hat der US-Internetkonzern Google bei den Street View Autos, mit denen das Unternehmen die Straßen Deutschlands digitalisiert, auch mit einem WLAN-Scanner ausgestattet. Dies stößt auf heftige Kritik. So ruft beispielsweise Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner dazu auf, von den Einspruchsrechten gegen Google Gebrauch zu machen.

Google Street View, ein weltweites Projekt von Google zur Erfassung und Digitalisierung von Straßen, Städten, Nationalparks und Sehenswürdigkeiten, hat in den vergangenen Jahren bereits große Teile Nordamerikas, Europas und Australiens digitalisiert. Darüber hinaus wurden bereits viele Großstädte und Ballungszentren auf der ganzen Welt erfasst.

Google Street View

Länder, von denen Street-View-Aufnahmen verfügbar (dunkelblau) oder geplant (hellblau) sind (Stand: 21. Januar 2010). Quelle: Wikipedia

In Deutschland jedoch gibt es bereits seit mehreren Monaten Widerstand gegen Google Street View. Vor allem Datenschützer und Verbraucherschützer kritisieren das Vorgehen von Google. Im vergangenen Monat kam Google Deutschland entgegen und verkündete, dass Haus- und Wohnungsbesitzer bereits vor Veröffentlichung im Netz die gespeicherten Daten von Haus und Garten  unterbinden könnten.

Nun steht Google erneut massiv in den Schlagzeilen weil bekannt wurde, dass eben nicht nur flächendeckend Bild- und Videoaufnahmen gemacht wurden, sondern auch systematisch alle verfügbaren WLAN-Netze, auch die von Privathaushalten, bei der Gelegenheit erfasst wurden. Dabei würden neben dem Verschlüsselungsstatus des Netzes auch die MAC-Adresse und der Name des WLAN-netzes gespeichert. Der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspa wertet dies als Erfassung und Speicherung personenbezogener Daten.

Auch Peter Schaar, Bundesbeauftragte für den Datenschutz, meldete sich zu Wort und zeigte sich entsetzt über die Erfassung der deutschen WLAN-Netze.

Als erste Gemeinde in Deutschland hat Gröbenzell im Landkreis Fürstenfeldbruck (Bayern, westlich von München) Widerspruch gegen die Veröffentlichung und Speicherung von Aufnahmen bezüglich gemeindlichen und öffentlichen Liegenschaften eingelegt. Darunter fallen vor allem Spielplätze, Schulen und Kindergärten.

Ob weitere Städte und Gemeinden dem Beispiel von Gröbenzoll folgen ist bisher nicht bekannt.

Ähnliche Beiträge

  • Google Street View in Deutschland Hausbesitzer verfolgen mit Sorge die geplante Einführung von Google Street View in Deutschland. Denn viele Hausbesitzer wollen nicht, dass ihr Haus im Internet bei Street View gelistet wird. Laut einem Medienbericht hat sich Google nun […]
  • Parum: Ein Dorf wehrt sich gegen Google Street View In Mecklenburg-Vorpommernen geht ein ganzen Dorf gegen Google Street View an. Die kleine Ortschaft Parum in der Nähe von Güstrow will komplett aus dem neuen Atlas von Google herausgehalten werden. Während Google seinen Neustart mit […]
  • Google Street View bald auch in Kiel? Datenschützer sind der Meinung es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis Kieler Bürger ihre Immobilie auch auf Google Street View online abrufen können. Nachdem der US-Konzern vor kurzem bekanntgegeben hat noch in diesem Jahr die 20 […]
  • Strafantrag gegen Google Street View Der Datenschutzbeauftrage von Rheinland-Pfalz hat Strafantrag gegen Google gestellt. Grund sind die Street View Kamerafahrten, bei denen seit 2008 private Daten aus WLAN-Netzen aufgezeichnet wurden. Google hatte vor kurzem zugegeben, […]
  • Google will Street View in Deutschland noch in 2010 starten Jetzt wird es ernst: Google hat angekündigt, dass der Konzern noch in diesem Jahr deutsche Großstädte in Street View aufnehmen will. Dabei handelt es sich um die 20 größten Städte Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, […]
  • Drainage Eine Drainage existiert entweder als Gräben oder als Rohrleitungen für die Entwässerung des Bodens um oder unter Gebäuden. Dabei soll das Regenwasser in Abwasserkänale geleitet werden. Eine Drainage kann auch bei Terrassen oder […]
  • Entscheidung über DEGI International steht bevor Nach der Bekanntgabe der Abwicklung des AXA Immoselect steht bis Mitte November auch die Entscheidung über DEGI International bevor. Der DEGI International ist bereits seit fast zwei Jahren geschlossen. Mitte November muss der Offene […]
  • 50 Prozent Anrechnung der Terrassenfläche Der BGH (Bundesgerichtshof) hat entschieden, dass die zur Wohnung gehörende Wohnfläche der Terrasse bis zu 50 Prozent angerechnet werden darf. Dies gilt aber nur, wenn der Mietvertrag vor dem 31.12.2003 geschlossen wurde. Für Mietverträge […]
  • Forderung nach größeren Kommunen Der Mieterbund fordert eine Gebietsreform mit größeren Einheiten. Denn sozial schwächere Einwohner erhalten erst in größeren Kommunen Wohngeld, dessen Höhe die ortübliche Miete berücksichtigt. Der Mieterbund fordert von der neuen […]
  • Stadtumbau Ost wird fortgesetzt Der Stadtumbau Ost wird bis 2016 fortgesetzt. Dies wurde vom Bundestag beschlossen. Der Stadtumbau Ost sollte ursprünglich 2009 auslaufen. Mit dem Programm sollten die Städte und Orte in Ostdeutschland hinsichtlich der Attraktivität für […]