Die Zahl der über 80-jährigen wird in den nächsten Jahren deutlich steigen. Altengerechte Wohnungen sind heute allerdings schon Mangelware in Deutschland.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der über 80-jährigen in den kommenden 10 Jahren von heute rund 3,7 Millionen auf 5 Millionen steigen. Allerdings sind altengerechte, sprich barrierefreie Wohnungen, bereits heute Mangelware in Deutschland. Nur 5 Prozent aller älteren Menschen leben in altengerechten Wohnungen.

Laut Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes, ist die Schaffung von mehr altengerechten Wohnungen eine der drängendsten sozialen und wohnungspolitischen Fragen der nächsten Jahre. Siebenkotten sagt dazu: „Wenn jetzt nicht die Weichen für einen barrierearmen oder barrierefreien Aus- und Umbau der Wohnungsbestände gestellt werden, droht eine „graue“ Wohnungsnot. Bis zum Jahr 2025 brauchen wir mindestens 2 Millionen zusätzliche altengerechte Wohnungen.“ Demnach müssten rund 150.000 altengerechte Wohnungen jährlich durch Neu-, Um- oder Ausbau entstehen. Die KfW-Darlehen reichen da allein nicht aus. Siebenkottet fordert die Regierung auf, etwas zu unternehmen. So sagt Siebenkotten weiter: „Die Politik kennt die Zahlen. Sie unternimmt nichts, im Gegenteil: sie stoppt sogar die alles andere als üppigen Fördermittel von etwa 80 bis 100 Millionen Euro im Jahr für den Aus- und Umbau altengerechter Wohnungen. Das ist das falsche Signal. Wir brauchen eine deutliche Aufstockung der öffentlichen Fördermittel und keine Streichung.“
Der Dirketor des Mieterbundes fordert zudem klare Vorgaben für den Neubau. Zudem sollten steuerliche Anreize geprüft werden und die soziale Wohnraumförderung durch die Länder sollte verstärkt an die Schaffung von barrierefreien Wohnungen geknüpft werden.